Was ist eine Bemusterung?

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Nachdem der Bauvertrag und die Hausplanung abgeschlossen wurden sowie die Genehmigung der Baubehörde vorliegt, kann es mit der Bemusterung losgehen.
Im Bauvertrag sind die meisten Materialien zwar erwähnt, jedoch nicht detailliert beschrieben. So steht dort z.B. „Raum wird tapeziert“, es obliegt aber den Bauenden im Rahmen der „Bemusterung“ die passende Tapete (wenn überhaupt Tapete gewünscht wird) zu wählen.
Dieser Entscheidungsvorgang wiederholt sich bei allen gestaltungsflexiblen Elementen.
Bemustert werden muss daher fast alles, einmal quer durch das Objekt: Angefangen von (bei einem Hausbau sogar einschließlich der Dachziegel, der Fassadengestaltung, der Fenster und der Heizung) den Fliesen, den Sanitärobjekten, dem Bodenbelag über Türen, Treppen, Steckdosen bis eben hin zur Tapetenwahl. Nicht zu vergessen, das Ganze unter dem Aspekt der zukünftigen Einrichtung.

Tapete

Fliesen

Zwar fordert die Bemusterung den Bauenden oftmals viel Kraft und Vorstellungsvermögen ab, jedoch verleihen sie in dieser Phase ihrem Objekt Charakter und legen durch Ihre Auswahl Ihren persönlichen Wohnstil fest.
Eine Bemusterung erfolgt entweder in sog. Bemusterungszentren, wobei den Kunden sämtliche Muster, Standards und Exemplare verschiedener vom Fachhandel vorausgewählter Produkte vorgeführt werden können, oder in den Verkaufsräumen vom Bauträger beauftragter Handwerker.
Eine Einschränkung der Auswahl ergibt sich aus dem Produktportfolio des jeweiligen Bauträgers bzw. der bauausführenden Firma. Ansonsten wäre die Entscheidungsfreiheit lediglich durch das eigene Budget eingegrenzt.
Nicht selten lassen Bauende sich vorab vom Hausbauunternehmen die Werk-, und Elektropläne vorlegen, um damit gründlich planen und kalkulieren zu können.

In vielen Fällen ist es zudem ratsam sich eine/n InnenarchitektenIn zu Hilfe zu ziehen, welche/r die Kunden Stück für Stück durch den Bemusterungsvorgang berät und begleitet. Dies kann von Vorteil sein, um ausgeglichen und bestmöglich zu investieren.
Eine gute Beratung vermeidet zudem Fehlkäufe, denn schließlich möchte man bei diesem einmaligen Entscheidungsvorgang das Optimum aus seinem Objekt herausholen.
Bei der Bemusterung orientiert man sich an den Beschreibungen der im Bauvertrag vereinbarten Standardausstattung. Die Ausstattungsbeschreibung bieten den Bauenden die Basis für eigene Präferenzen. Möchte man eine über diesen Standardrahmen hinausgehende Ausstattung und ist man bereit einen Aufpreis zu zahlen spricht man von einer Aufbemusterung. Andersherum ist es aber auch manchmal gewünscht bestimmte Bereiche aus dem Leistungsumfang des Vertrages auszuschließen.

©Duravit

Türzargen

Dies kann der Fall sein, wenn man z.B. selber Hand anlegen will oder aber einem die vorgegebenen Aufmusterungsvorschläge aufgrund eingeschränkter Auswahl nicht zusagen. In diesem Fall ist dann von Abbemusterung die Rede und der Bauherr bekommt einen Preisnachlass. Wichtig dabei ist zu wissen, dass die Kalkulationen der Bauträger (durch Sonderkonditionen der Händler und Handwerker) oft dazu führen, dass man sich von einem gewährten Nachlass am Markt kein adäquates Angebot erstellen lassen kann, da ein eventueller Nachlass geringer ausfällt, als erwartet.
Während des Bemusterungsvorganges werden im sog. Bemusterungsprotokoll alle Details zu den Entscheidungen der Bauherren festgehalten. Nur was auch im Protokoll dokumentiert ist, gilt später. Zudem leitet sich aus dem Protokoll die spätere Materialbestellung ab, weshalb ihm für eine gelungene Realisierung der Hausaustattung eine besondere Relevanz zukommt.

Tipps für eine Bemusterung.

  • Fangen Sie früh an sich mit Ihren Ausstattungswünschen auseinanderzusetzen.
  • Erstellen Sie eine Liste mit allen Ideen und Themen.
  • Lesen Sie Ihren Bauvertrag im Detail, denn schon dort muss festgeschrieben sein welche Ausstattung und Leistungen bei der späteren Bemusterung im Baupreis enthalten sind und Ihnen zustehen.
  • Anfassen ist besser als ansehen!
    Achten Sie bei der Bemusterung darauf die entsprechenden Materialien (Fliesen, Waschbeckengarnituren, Tapeten etc.) im Original begutachten zu können. Von einer Auswahl nur Anhand des Prospektbildes ist abzuraten.
  • Nehmen Sie zum Bemusterungstermin immer ein Muster all dessen mit, wofür Sie sich bereits entschieden haben (auch Möbel'teile').
  • Nehmen Sie zur endgültigen Entscheidung von dort ein Muster Ihrer Auswahl mit nach Hause (oder an einen anderen Ort Ihrer Wahl) und prüfen Sie unter anderen Licht- und Umgebungsbedingungen, ob Ihre Entscheidung Bestand hat.

Der wichtigste (leider nicht immer mögliche) Rat am Schluss:
Bemustern Sie vor der Vertragsunterzeichnung. Preiswerter geht es nicht.